Wildlife Paintings

Wildlife Paintings – Wilde Tiere malen mit Gefühl, Tiefe und Ölfarbe

Wildlife paintings üben eine ganz besondere Faszination auf uns aus. Es ist diese Mischung aus Kraft und Ruhe, aus Wildheit und Würde, die uns berührt. Ein Wal, der durch dunkles Wasser gleitet. Ein Leopard, der aufmerksam im hohen Gras liegt. Ein Pferd im Gegenlicht. Ein Faultier, das still in den Baumkronen ruht.

Wenn wir Wildtiere malen, malen wir nicht nur Fell und Formen. Wir malen Präsenz. Ausdruck. Persönlichkeit.

Und genau darum soll es in diesem Artikel gehen: Wie entstehen ausdrucksstarke Wildlife paintings? Welche Tiere eignen sich besonders für Einsteiger? Wie malt man Fell realistisch mit Ölfarbe? Welche Fehler passieren häufig – und warum darf Tiermalerei trotzdem leicht sein?

 

Warum faszinieren uns Wildlife Paintings so sehr?

Wildtiere stehen für etwas Ursprüngliches. Für Freiheit, Instinkt und Echtheit. In einer Welt voller Termine und Technik wirkt ein Tierporträt fast wie ein Fenster in eine andere Wirklichkeit. Der Blick eines Tieres ist unmittelbar. Unverstellt. Ehrlich.

Bob Ross sagte einmal:

“You need the dark in order to show the light.”

Gerade bei Wildlife paintings wird dieser Satz spürbar. Ohne Schatten keine Tiefe. Ohne Ruhe keine Spannung. Ein Tier wirkt dann lebendig, wenn Licht und Dunkelheit bewusst gesetzt werden.

Ein Gemälde kann dabei manchmal sogar intensiver wirken als eine Fotografie. Denn beim Malen interpretieren wir. Wir verstärken den Ausdruck, wir reduzieren Unwichtiges, wir lenken den Blick gezielt.

Welche Tiere eignen sich besonders für Einsteiger?

Viele glauben, Tiermalerei sei automatisch schwierig. Doch das stimmt so nicht. Entscheidend ist die Wahl des Motivs.

Auf meinem YouTube-Kanal findest du bereits ausführliche Tutorials zum Wal, zum Faultier, zum Pferd und zum Phönix – alle so aufgebaut, dass Anfänger sicher folgen können und Fortgeschrittene dennoch genug Raum für eigene Tiefe finden.

Das Pferd

Ein Pferd eignet sich hervorragend für Anfänger. Die Formen sind klar erkennbar, größere Flächen wechseln sich mit weicheren Übergängen ab. Außerdem ist das Fell in vielen Bereichen relativ kurz, sodass man gut mit Licht und Schatten arbeiten kann, ohne sofort unzählige Details malen zu müssen.

Link zum Abrufen in Youtube: Pferd Teil 1, Pferd Teil 2

Der Wal

Ein Wal ist ebenfalls ein wunderbares Einsteigermotiv. Die Skizze ist sehr einfach. Im Wal sollten besonders die grau Töne im Körper beachtet werden. Im Vordergrund stehen die Wirkung von Wasser, Licht und weichen Farbverläufen. Gerade mit einer gut vorbereiteten Untermalung lässt sich hier sehr entspannt arbeiten.

Link zum Abrufen in Youtube: Wal 

Das Faultier

Das Faultier bietet eine ruhige Komposition. Es bewegt sich nicht dynamisch, sondern strahlt Gelassenheit aus. Diese Ruhe überträgt sich auch auf den Malprozess. Viele Fellhaare machen das kleine Tierchen perfekt.

Link zum Abrufen in Youtube: Faultier

Der Jaguar

Der Jaguar ist schon etwas anspruchsvoller, es dauert ein wenig länger, bis er fertig gemalt ist. Doch wer bereit ist, Schritt für Schritt vorzugehen, lernt hier unglaublich viel über Kontraste, Richtung des Fells und Lichtführung, trotz Flecken im Fell.

Link zum Abrufen in Youtube:  Jaguar

Warum darf Tiermalerei leicht sein?

Viele Menschen setzen sich selbst unter Druck. Sie möchten sofort realistisch malen, perfekte Proportionen treffen und jedes einzelne Haar darstellen. Doch genau dieser Anspruch blockiert.

Tiermalerei darf leicht sein, weil sie in Schichten entsteht. Niemand beginnt mit Details. Zuerst kommen große Flächen, dann Licht und Schatten, danach Strukturen.

In meinen Tutorials arbeite ich bewusst zweigleisig. Anfänger dürfen mit Pauspapier arbeiten. Das ist kein „Schummeln“, sondern eine Hilfe, um sich auf Farbe, Licht und Technik zu konzentrieren. Denn es geht nicht darum, der perfekte Zeichner zu werden. Und glaub mir, wie viele Künstler werfen sich das Bild mit Beamer an die Wand, um es dann auf Leinwand zu übertragen.
Je öfter du ein einzelnes Motiv durchpaust, umso sicherer wirst du dann im freien Malen. Denn —> Übung macht den Meister.

Fortgeschrittene hingegen skizzieren ihre Tiere frei. Dadurch gewinnen sie mehr Sicherheit im Zeichnen und entwickeln eine tiefere Bildwirkung.

Mit zunehmender Erfahrung werden die Gemälde atmosphärischer. Farbnuancen werden feiner. Übergänge subtiler. Doch die grundlegende Technik bleibt dieselbe.

Bob Ross brachte es so schön auf den Punkt:

“Talent is a pursued interest. Anything that you’re willing to practice, you can do.”

Die richtige Palette für Wildlife Painting und Ölmalerei

Ein oft unterschätzter Faktor in der Wildlife Painting Technik, der Tiermalerei mit Ölfarbe und auch in der klassischen Bob Ross Nass-in-Nass Ölmalerei, ist die Wahl der richtigen Palette.

Denn nicht nur die Ölfarbe selbst beeinflusst das Ergebnis – auch die Oberfläche, auf der du deine Farben mischst, spielt eine entscheidende Rolle.

Gerade beim Wildlife Painting, also bei realistischen Tierporträts mit Fell, Federn, Augen-Highlights und feinen Kontrasten, ist eine saubere, kontrollierte Farbaufnahme extrem wichtig.

Die Bob Ross Abreiss Palette ist für meine Tiermalerei ein unverzichtbares Werkzeug. Ihre Oberfläche ist extrem glatt und weich, was es ermöglicht, die Ölfarben mühelos und kontrolliert aufzunehmen. Wir verwenden in der Tiermalerei feine, zarte Pinsel, daher brauchen wir entsprechend einen geeigneten Untergrund. Gerade bei feinen Details wie Fell oder Federn brauche ich eine Palette, auf der sich die Farbtöne sauber mischen lassen, ohne unerwünschte Widerstände. Mit jedem abgerissenen Blatt starte ich mit einer frischen, sauberen Fläche, die mir die exakte Kontrolle über Farbübergänge gibt. In der Tiermalerei, wo es auf feine Nuancen ankommt, ist diese Palette genau die richtige Wahl.

Die richtige Vorbereitung – Untermalung mit Liquid White und Liquid Black

Bevor ich mit dem eigentlichen Tier beginne, bereite ich häufig den Untergrund vor. Die Leinwand wird mit grauem Gesso grundiert. Dieser Farbton sorgt wird später unsere Korrekturfarbe.

 Mit Liquid Black beginne ich in meinen Tieren. Mit einem Bob Ross 3/4 Tier Borstenpinsel male ich den Schatten, dunkle Fellhaare, Augen ins Tier, eben alles was im Tier dunkel ist, auch Schatten wird mit dem Pinsel hinein gemalt, beziehungsweise gerubbelt.

Liquid White sorgt dafür, dass die Farben weich ineinander gleiten und sich Übergänge leichter gestalten lassen. Es werden alle hellen Haare gemalt und verschiedene Highlights in Augen, im Fell, im Körper.

Liquid White eignet sich hervorragend im Hintergrund für neblige Hintergründe, Wasser oder helle Atmosphären. Liquid Black hingegen erzeugt Dramatik und Tiefe – perfekt für Leoparden im Schatten oder dunkle Waldszenen.

Diese erste Schicht ist entscheidend für die spätere Wirkung des Bildes. Sie muss erst einmal trocknen.

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Dies sind Produkte aus meinem eigenem Online Shop auf dieser Homepage.

Wie malt man Fell realistisch mit Ölfarbe?

Fell wirkt dann realistisch, wenn man versteht, dass es nicht aus einzelnen Haaren besteht, sondern aus Licht und Struktur.

Zunächst wird die Grundform des Tieres in Hell- und Dunkelbereiche aufgeteilt. Dabei arbeite ich mit größeren Pinseln und konzentriere mich auf die Gesamtwirkung. Erst wenn diese stimmt, beginne ich mit der Fellstruktur. Dafür nehme ich gerne den den Bob Ross® Tier Fell Pinsel.
Der spezieller Fellpinsel oder auch ein leicht ausgefranster Borstenpinsel hilft dabei, weiche, natürliche Strukturen zu erzeugen. Wichtig ist, mit wenig Farbe zu arbeiten. Zu viel Ölfarbe führt schnell zu einem matschigen Ergebnis und die Farbe muss ganz vorn auf der Spitze der Pinselhaare sein. Oft wird zu viel Druck verwendet beim Farbe aufnehmen auf der Palette.

Die Fellrichtung sollte stets der Anatomie folgen. Am Rücken verläuft sie anders als an den Beinen, am Kopf anders als am Bauch. Wer sich Zeit nimmt, genau hinzusehen, wird feststellen, dass Fell wie kleine Linien der Bewegung wirkt.

Lichtreflexe setze ich nur sparsam. Ein paar gezielte, helle Akzente an den richtigen Stellen genügen, um Tiefe zu erzeugen.

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Die Augen – das Herz des Wildlife Paintings

Die Augen sind das Zentrum jedes Tierporträts. Ohne Ausdruck wirkt selbst das technisch beste Bild leblos.

Ich beginne meist mit einer dunklen Grundform. Darauf folgt die Iris, die in mehreren Farbschichten aufgebaut wird. Ein kleiner Lichtpunkt am Ende bringt das Auge zum Leben.

Es ist erstaunlich, wie stark sich die Wirkung eines Gemäldes verändert, sobald dieser letzte Lichtreflex gesetzt wird. Übrigens mach ich die meisten Details im Auge mit dem Bob Ross Detail Finisher

Typische Anfängerfehler in der Tiermalerei

Ein häufiger Fehler ist, zu früh mit Details zu beginnen. Ohne stabile Grundform verliert man schnell die Proportionen aus dem Blick.

Ebenso problematisch ist zu viel Farbe auf dem Pinsel. Ölfarbe braucht Luft. Schichten sollten nicht übereinander „gestapelt“, sondern kontrolliert aufgebaut werden.

Viele Anfänger unterschätzen außerdem die Bedeutung der Fellrichtung. Wenn sie nicht beachtet wird, wirkt das Tier schnell unnatürlich. Meinen Schülern gebe ich gerne den Tipp mal zu überlegen, wie ihr das Tier streicheln würdet, also entlang der Fellrichtung so wie sie wächst. Das ist auch die Richtung in die ihr das Fell oder Federn malen müsst.

Auch Schatten werden oft zu dunkel gemalt. In der Natur sind sie selten tiefschwarz, sondern enthalten immer Farbnuancen.

Doch selbst wenn etwas nicht gelingt – es ist kein Grund aufzugeben. Bob Ross sagte:

“We don’t make mistakes, just happy little accidents.”

Und manchmal entstehen aus diesen „Unfällen“ besonders lebendige Strukturen, oft wird es dann besser als schlechter, denn in der Natur ist nicht alles so gleichmäßig und perfekt.

Licht, Hintergrund und Atmosphäre

Ein Wildlife painting lebt nicht nur vom Tier selbst, sondern auch vom Raum, der es umgibt. Der Hintergrund sollte das Motiv unterstützen, nicht überlagern.

Oft arbeite ich mit weichen Farbverläufen oder angedeuteter Landschaft. Gerade bei Wildlife-Motiven wirkt Zurückhaltung stärker als Detailreichtum.

Für das Fotografieren oder Filmen deiner Gemälde kann ein gutes Ringlicht mit Handyhalterung hilfreich sein, um Farben natürlich darzustellen und Schatten auszugleichen. Es ist ideal, falls du daheim in einer dunklen Ecke malst. Du brauchst in der Nähe eine Steckdose.

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Sicherheit und Reinigung

Ölfarbe ist bei sachgemäßem Umgang nicht grundsätzlich gesundheitsschädlich. Dennoch empfehle ich bei empfindlicher Haut oder Allergien das Tragen von Handschuhen, besonders bei der Reinigung der Pinsel.

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Eine gute Belüftung und sorgfältige Reinigung sorgen für entspanntes Arbeiten.

Fazit: Wildlife Paintings sind Begegnungen

Wildlife paintings sind mehr als Technikübungen. Sie sind Begegnungen mit der Natur. Mit dem Blick eines Tieres. Mit deiner eigenen Geduld.

Ob du mit Pauspapier startest oder frei skizzierst – wichtig ist, dass du beginnst. Mit jedem Bild wächst dein Verständnis für Licht, Fell und Ausdruck.

Vielleicht wird dein erstes Tier noch nicht perfekt. Doch es wird lebendig. Und genau darum geht es.

“There are no limits here. You start out by believing.”

Glaube an deinen Pinsel.
Glaube an dein Gefühl.
Und lass dein nächstes Wildlife painting entstehen.

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